Wenn die Hormone verrückt spielen

Wenn die Hormone verrückt spielen

Wenn die Hormone verrückt spielen, dann ist man in der Regel frisch verliebt, steckt mitten in der Pubertät, erwartet ein Baby oder durchlebt gerade Midlife-Crisis und Wechseljahre. Je nach Hormonlage fühlt man sich euphorisch und glückselig oder niedergeschlagen und verzweifelt – solche Achterbahnfahrten der Emotionen gehören nun einmal zum Leben. Unser Hormonsystem regelt Stoffwechsel, Sozialverhalten, Sexualität, Schlaf, Emotionen, die körperliche Entwicklung oder auch das Immungeschehen. In Minimaldosis zirkulieren schätzungsweise rund tausend Botenstoffe in unserem Körper und können dort die vielfältigsten Reaktionen auslösen – deshalb: je ausgeglichener der gesamte Hormonhaushalt, desto gesünder und glücklicher ist der Mensch. Aber gerade weil dieses komplexe System so fein austariert ist, reagiert es sehr sensibel auf äußere Einflüsse: Etwa 550 Chemikalien aus unserer Umwelt stehen im Verdacht, eine hormonähnliche Wirkung zu haben und damit direkt in den menschlichen Organismus einzugreifen. Weshalb Wissenschaftler eine langfristige Veränderung unseres natürlichen Hormonhaushalts befürchten. Doch was sind das für Substanzen, die einen solchen Einfluss auf unseren Organismus nehmen können? Es sind Substanzen, auf die wir immer wieder treffen, sie stecken im Duschgel, in Konservendosen, in Kuscheltieren, Bodenbelägen oder Verpackungen: hormonelle Schadstoffe wie Bisphenol A, Phthalat-Weichmacher oder Parabene attacktieren tagtäglich unser Hormonsystem. So ergab jüngst eine Studie des BUND, dass von über 62.000 Körperpflegeprodukten auf dem deutschsprachigen Markt rund 30 % belastet sind. Allein das hormonell wirksame Konservierungsmittel Methylparaben ist in 24 % aller Kosmetikartikel enthalten.  Vor allem  bei den Marktführern Beiersdorf mit (46 %) und L’Oreal (45%), aber auch hochpreisigen Produkten von Chanel (66 %) und Shiseido (50%) konnten überdurchschnittlich viele solcher hormonschädigenden Inhaltsstoffe nachgewiesen werden.  Womöglich ein Grund, weshalb diese Studie gerade in den zielgruppenorientierten Medien nicht groß...